Herzratenvariabilität (HRV)

HRV steht für Herzratenvariabilität oder Herzfrequenzvariabilität. Diese bezeichnet die Variation der Zeitabstände zwischen aufeinanderfolgenden Herzschlägen.

Regelmäßig aufeinanderfolgende Herzschläge im EKG

Die großen R-Zacken stehen für jeweils einen Herzschlag. Die Zeit zwischen den Herzschlägen (R-R-Intervall) variiert natürlicherweise von Herzschlag zu Herzschlag um einige Millisekunden. Ein gesundes Herz passt die Frequenz der Herzschläge den jeweiligen Erfordernissen an.

Die HRV wird vom Autonomen Nervensystem (ANS) beeinflusst, das unter anderem den Blutzucker, die Körpertemperatur, den Blutdruck und die Verdauung reguliert. Das ANS ist unterteilt in den Sympathikus und den Parasympathikus.

Beim Einatmen wird dem Körper Aktivität und Ressourcenverbrauch signalisiert und der Sympathikus wird aktiviert. Bei Übererregung schaltet der Körper in den Überlebensmodus und macht sich für Kampf oder Flucht bereit.

Beim Einatmen steigt also die Anzahl der Herzschläge pro Minute (Puls wird schneller), das R-R-Intervall wird kürzer.

Der Parasympathikus wird beim Ausatmen aktiviert, dem Körper wird also Ruhe und Entspannung signalisiert.  

Beim Ausatmen sinkt die Anzahl der Herzschläge wieder (Puls wird langsamer), das R-R-Intervall wird dann länger.

Die Abstände der R-R-Intervalle zeigen sich auch in der Kurve der Herzrate. Bei kurzen Abständen steigt die Herzrate, bei langen Abständen sinkt sie. Dieses Ansteigen und Absinken der Herzrate innerhalb der gemessenen Zeit entspricht der HRV.

Gesundheit und Anpassungsfähigkeit eines Menschen sind besser, je größer die Variabilität der Abstände zwischen den Herzschlägen und damit die Regulationsfähigkeit ist.

Wenn der Sympathikus und Parasympathikus also gut als Team zusammenarbeiten, kann der Organismus dem Menschen genau so viel Energie und Ressourcen bereitstellen, wie er im jeweiligen Moment benötigt, was wiederum das Überleben sichert.

Eine große Variabilität in den Abständen kann also einhergehen mit einer guten Stresstoleranz, besserer Gesundheit sowie Resilienz. Mit dem HRV-Biofeedback kannst du diese trainieren.

Quellen:

Eder, Dr. Med. Ursula und Sperlich, Dr. Med. Franz (2019): Das Parasympathikus Prinzip. München: Gräfe und Unzer Verlag

https://www.youtube.com/watch?v=BKoD8XJfrEM – The Secrets the Heart Keeps, and other Lessons of Heart Rate Variability with Dr. Richard Gervitz (zuletzt aufgerufen am 30.12.2020)

https://www.youtube.com/watch?v=9nwFUKuJSE0 – HRV Training and its Importance – Richard Gevirtz, Ph.D., Pioneer in HRV Research & Training (zuletzt aufgerufen am 30.12.2020)

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2014.00756/full – Heart rate variability biofeedback: how and why does it work? (zuletzt aufgerufen am 01.01.2021)

 

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